Meine Freundin ist nackt im Winter,
mit vielen ihresgleichen friert sie in Reih und Glied,
fest stecken ihre Füße in rissiger Erde;
braune Arme reckt sie ins fahle Licht.
Mit vielen ihresgleichen friert sie in Reih und Glied,
sehnlich erwartet sie längere Tage,
braune Arme reckt sie ins fahle Licht.
ein grünes Kleid bedeckt sie im Mai.
Sehnlich erwartet sie längere Tage,
neues Leben fährt in sie im Frühling,
ein grünes Kleid bedeckt sie im Mai.
im Sommer empfängt sie des Herbstes Kinder.
Neues Leben fährt in sie im Frühling,
die Arme reckt sie lang und länger,
im Sommer empfängt sie des Herbstes Kinder,
schwer trägt sie am Werk der vier Elemente.
Die Arme reckt sie lang und länger,
fest umgreift sie Krücken aus Draht und Eisen,
schwer trägt sie am Werk der vier Elemente,
mit Messern wird ihre Frucht vom Leibe geschnitten.
Fest umgreift sie Krücken aus Draht und Eisen,
nun steht sie leer da und kraftlos,
mit Messern wurd´ ihre Frucht vom Leibe geschnitten,
gelb und rot verfärbt sich ihr Kleid.
Nun steht sie leer da und kraftlos,
die Kälte fällt die Berge herab,
gelb und rot verfärbt sich ihr Kleid,
braune Fetzen reißt der Wind ihr vom Leib.
Die Kälte fällt die Berge herab,
meine Freundin ist nackt im Winter,
braune Fetzen riss der Wind ihr vom Leib,
fest stecken ihre Füße in rissiger Erde.
Bernd Bergander, 29. März 2006
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