Verdammt, schon wieder kreideweiß innenmuss wohl mal wiederentkalkt werdender Wasserkocher.
Schwer liegt mir der Wasserfilter in der Hand
mit lautem Platsch
fällt das Wasser in den Kessel
erst summt es leise
dann schnarcht es
dass der Kessel wackelt.
Neun Holzlöffelchen voll Teeblätter
gebe ich in die gläserne Aufgusskanne
Der Wasserkocher röhrt
wie ein angeschossener Hirsch.
Vorsichtig, um mich nicht zu verbrühen,
gieße ich das brodelnde Wasser
auf die trockenen Blätter.
Der Tee wirbelt auf und
verfärbt das Wasser rostbraun.
Müll
Und ein roter Spülschwamm
Silberfarbener Griff
Nutellaspuren vom Vortag
Her mit dem roten Spülschwamm!
Unterbauschrank
Spülbecken
Armaturenhebel
Und wo ist der rote Spülschwamm?
Heißes Wasser
Verbrannte Finger
Brandblasen
Aufgequollene Polyestermasse
Und fort ist der rote Spülschwamm.
Bernd Bergander
Menschen fassen Menschen an,
bekannte Objekte.
Ich kann sehr gut Menschen anfassen.
Lieblingsmasseurin schon als Kind,
Tochter hilft Mutti.
Meine Finger tragen die Entspannung auch in meinen Körper.
Arme, Schultern, Rücken,
leidende Patienten.
Krankenschwestern helfen effektiv.
Fühlen, anfassen, spüren,
innerlich und äußerlich
alle Knoten lösen.
Freund und Freundin im Gleichklang,
Glückshormone strömen.
Darüber wollen wir jetzt doch nicht sprechen.
Damaris Bennemann
Die Teilnehmer schreiben zehn Minuten lang bestimmte Erinnerungen auf. Dann destillieren sie selbst und andere aus den Erinnerungen ein Gedicht. Interessant ist, was für unterschiedliche Gedichte aus ein und demselben Text destilliert werden .
Gespeichert unter: Destillierte Gedichte
Elegant gekleidete Frauen
locken dunkle Männer
mit leisem Gurren
Das Geklimper des Geldes
zerreißt das laute Stimmengewirr
der Fragen und Antworten
Zeit verfließt unaufhaltsam
im hohen Raum
auf der Flucht
vor sich selbst
23.03.06, Barbara Volk