Mein Blick schweift über die Berge hinter dem ausgestreckten Meer
glitzernd brechen sich die letzten Strahlen der versinkenden Sonne
in der kabbeligen Dünung, Mittsommernachtszauber
Das goldene Zwielicht neckt die Sinne, lockt Auge und Ohr
dazu diese Stille, ein Innehalten aller Strömungen der Zeit
in der Zwischenwelt des Gestern und Morgen
Es verschlang unbarmherzig die Zeit
20 Jahre von meinem Morgen
Krieg, Tod und Götterzorn verdunkelten die Sonne
blendeten mein Auge, verschlossen mein Ohr
trieben mich ruhelos über Land und Meer
und beinahe vergaß ich Penelopes Zauber
Nun öffne ich weit Auge und Ohr
tauche ein in meiner Gefühle Meer
ein williger Sklave der schläfrigen Spätabendsonne
verleugne Raum und Zeit
traue dem Jetzt-Zauber
und verschiebe jeden Gedanken an morgen
Ich küsse die Zeit
wie die Welle das Meer
unterwerfe mich ihrem Zauber
als Kind der Sonne
ganz Auge und Ohr
ohne Angst vor dem Morgen
Mein Glaube an den Zauber
ist wie ein stetes Rauschen der Zeit
in der Muschel am inneren Ohr
flüstert Mythen von gestern und morgen
über den Sieg der wiederkehrenden Sonne
wenn sie aufsteigt im Osten aus dem Meer
Schenk mir Dein Auge, leih mir dein Ohr
denn wisse, schon morgen
nach einer kurzen Spanne Zeit
erhebt sich das Licht der Sonne
gleich meiner Zukunft aus Schaum und Meer
wie einst der Aphrodite Zauber
Den Sonnenzauber bedeckt die Dunkelzeit
das Meer schließt nun wie ich sein Aug und Ohr
um morgen hellwach dem neuen Tag entgegenzuströmen.
08.07.07
Barbara Volk
Der Umzug steht vor der Tür
Die Kisten stapeln sich im Raum
Bald heißt es freudig lebe wohl
Es geht hinaus in die weite Welt
Australien ist der Reise Ziel
Doch bleiben viele Träume auch zurück
Doch der Blick geht nach vorn, nicht zurück
Frohen Mutes schreit ich durch die Tür
In Richtung meines größten Wunsches Ziel
Wenn gleich auch Wehmut füllt den Raum
Doch das ist der Zwiespalt dieser Welt
Nicht alles Gute tut immer auch wohl
Doch egal, ob es gut ist für mein Wohl
Es geht los und es gibt kein zurück
Sie ruft nach mir die fremde Welt
Sie winkt, sie pfeift, sie klopft an meine Tür
Es wird bedrohlich eng in diesem Raum
Hinaus, hinaus, welch wunderbares Ziel
Viele gute Wünsche fanden in mir ihr Ziel
Freunde und Verwandte, in Sorge um mein Wohl
Doch für ihre Sorgen hat mein Herz keinen Raum
Alle Bedenken, kaum gehört weiß ich sie zurück
Negativen Gedanken weis ich sofort die Tür
Ihr habt Eure und ich hab meine eigne Welt
Groß ist sie und schön, diese meine Welt
Sie zu erforschen wäre für Euch ein edles Ziel
Doch statt zu forschen klopft ihr nur sanft an die Tür
Wie wollt ihr da erkennen was tut Leid und was tut wohl
Nein, ihr bleibt zu Recht in Eurer Welt zurück
Solltet Ihr es dennoch wagen lass ich gern Euch Raum
Jeder Mensch, er braucht seinen eigenen Raum
Und, ob er will oder nicht, auch seine eigene Welt
Hat man einmal seine Welt entdeckt, gibt´s kein zurück
Und auch keine Angst mehr, egal wie groß das Ziel
Man weiß, man tut alles nur zum eigenen Wohl
Und das Zaudern steht vor verschlossener Tür
So leert sich langsam der Raum, die Möbel fliegen schon zum Ziel
Einmal auf die andere Seite der Welt, wie wird es wohl
Doch will ich dereinst zurück, so find ich auch dort die richtige Tür
Niklas Stepper